Presse

Die Wissenschaftlerin im Bio-Laden
Diplom-Oecotrophologin Katharina Pfundstein betreibt in Schwenningen einen Naturata-Laden

„Gesunde Ernährung fängt auf dem Acker und im Stall an“, sagt die diplomierte Haushalts- und Ernährungswissenschaftlerin Katharina Pfundstein. Seit über 18 Jahren betreibt die gebürtige Hamburgerin zusammen mit ihrem Mann Peter das Naturkost & Naturkosmetik-Geschäft „Naturata“ in der Oberdorfstraße 15 in VS-Schwenningen. Wozu braucht man dazu ein Hochschul-Studium, werden sich jetzt viele fragen. „Ich habe während meinem Studium in Hamburg schon in einem Bio-Laden gejobbt“, so Katharina Pfundstein. „Außerdem ist es eine geniale Kombination. Ich kann mein Hintergrundwissen mit der Ware koppeln und die Leute entsprechend beraten.“ Und die Kunden danken es ihr, indem sie der Wissenschaftlerin mit der grünen Verkaufsschürze die Treue halten. Ein weiteres Plus: Zusammen mit ihrem Mann, der Demeter-Bäcker ist und Grund genug war, ihre alte Heimat vor 18 Jahren zu verlassen, sind die Bio-Experten ein unschlagbares privates und berufliches Team.

„Gemüse muss Zeit haben zu wachsen und Nährstoffe über den Boden aufzunehmen“, betont Katharina Pfundstein. Der Knackpunkt dabei ist, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten oder gar zu erhöhen. „Standortangepasste Anpflanzung“ ist dabei das Schlagwort. Natürlich schwört die Expertin bei der Ernährung auf Bio-Waren, wobei sie die von der EU durch den „Bio-Siegel“ garantierte Mindestqualität als Türöffner für einen Einstieg in das Thema sieht. „Auch bei Bio gibt es handfeste Qualitätsunterschiede“, so Katharina Pfundstein und genau darin, diese ihren Kunden näher zu bringen, sieht sie eine ihrer vielen Aufklärungs-Aufgaben. „Ich habe in meinem Laden eine Broschüre, in der die Unterschiede zwischen den EU-Anforderungen und denen der Bio-Anbauverbände wie Bioland oder Demeter übersichtlich und anschaulich dargestellt sind.“

„Bei den Bio-Produkten sind beim Wachstumsprozess wesentlich weniger Zusatzstoffe erlaubt“, betont die Ernährungswissenschaftlerin. „Viele Allergien haben Aromen, Konservierungsstoffe oder technische Hilfsmittel als Ursache.“ Neben der Regionalität, „je regionaler, umso überschaubarer“, so ihr Wahlspruch, setzt Katharina Pfundstein auf die handwerklichen Fähigkeiten ihrer Lieferanten, zum Beispiel beim Bäcker oder Käser. „Es gibt sehr viele Bio-Hersteller in der näheren Umgebung, die ihre Erzeugnisse direkt zu uns bringen. So besucht sie ein bis zweimal im Jahr mit ihren Kunden einen Bio-Anbauer, um vor Ort zu demonstrieren, „so wächst hier ein Apfel“. Es gibt aber auch den regionalen Großhandel, zum Beispiel im Bodenseeraum, der nur Bio-Waren von „Überzeugungstätern“ weiter leitet. „Fairer Handel findet nicht nur in der dritten Welt, sondern auch bei uns statt“, sagt die Bio-Expertin. Zur Förderung des regionalen Handels kann im Naturata auch mit dem „Gwinner“, einer Regionalwährung Schwarzwald-Baar-Heuberg, bezahlt werden.

Gesunde Ernährung beinhaltet für Katharina Pfundstein aber auch, die ganze Vielfalt der Bio-Artikel auszunutzen. „Jeder sollte ausprobieren, was im gut tut und selbst einen Weg finden, sich ausgewogen zu ernähren.“ Auf diesem Weg begleitet die Ernährungswissenschaftlerin außerhalb ihres Bio-Ladens Interessierte bei Kursen, die von Krankenkassen angeboten werden, oder auch bei Einzelberatungen. „Man muss ein gesundes Maß finden und das Verhältnis muss stimmen“, betont Katharina Pfundstein. „Ich würde aber nie etwas verbieten!“

Jürgen Müller

Peter und Katharina Pfundstein
Peter und Katharina Pfundstein

Artikel und Bilder: Copyright Jürgen Müller, Südkurier

Wir nutzen Cookies auf unserer Website um diese laufend für Sie zu verbessern. Mehr erfahren